Fünf brennende Fragen an Franziska Preuß

Franziska Preuß hat gerade die beste Saison ihrer Karriere abgeliefert und einen Winter hinter sich, auf den Fans und sie selbst jahrelang gehofft hatten. In der Saison 2024/25 beeindruckte die DSV-Athletin vor allem mit ihrer Konstanz, die sie bis zum Saisonfinale in Oslo am Holmenkollen aufrechterhielt, wo sie zwei Siege feierte und neben zwei Disziplinwertungen auch die Große Kristallkugel für den Gewinn des Gesamtweltcups mit nach Hause nahm.

Der herausragende Winter der 31-Jährigen zeigte sich auch am Schießstand, wo sie im Weltcup in 16 von 21 Einzelrennen sowie bei vier WM-Einzelrennen entweder die Null oder maximal einen Fehler schoss. Ihre Trefferquote: 92 % – Karrierebestwert.

Einige Tage nach ihrer Rückkehr ins heimische Ruhpolding nahm sich die frisch gebackene Weltcup-Gesamtsiegerin Zeit zum Durchschnaufen und für unsere fünf brennenden Fragen. Biathlonworld: Der Weg zum großen Triumph war lang und steinig. Was war der Schlüssel, um auch bei Erkrankungen und Verletzungen immer positiv zu bleiben?

Franziska Preuß: Ich habe meine Leidenschaft für den Biathlon und den Glauben an mein Potenzial nie verloren.

BW: In der abgelaufenen Saison hattest du keine gesundheitlichen Probleme. Was ist anders gelaufen?

FP: Im vergangenen März hatte ich eine OP an den Nasennebenhöhlen. Dazu bin ich während der Saison sehr streng, was meine Kontakte betrifft. So treffe ich mich nicht mit anderen Leuten in Innenräumen, trage konsequent eine Maske und habe zum Beispiel auch Weihnachten mit der Familie draußen gefeiert. Am Ende waren es viele kleine Dinge, die sich letztlich ausgezahlt haben.

BW: Zu Beginn deiner Karriere wurdest du bei den Olympischen Jugend-Winterspielen mit drei Goldmedaillen dekoriert. Hattest du damals das Ziel, den Gesamtweltcup zu gewinnen?

FP: Nein, eigentlich nicht. Ich habe erst ziemlich spät mit dem Biathlon begonnen, da war ich schon 16. Damals hatte ich einfach Spaß an dem Sport. Ich habe zwar jedes Jahr mehr dazugelernt, aber nicht an Medaillen und Trophäen gedacht.

BW: Wie lange wird es dauern, bis du diesen riesigen Erfolg, den Gewinn der Großen Kristallkugel, verinnerlicht haben wirst?

FP: Puuh, gute Frage. Ich kann es noch immer nicht richtig realisieren. Das kann noch ein bisschen dauern.

BW: Welche Rolle hat dein langjähriger Partner Simon Schempp in all den Jahren gespielt, insbesondere in der abgelaufenen Saison?

FP: Er ist extrem wichtig für mich gewesen, vor allem in den Vorjahren, in denen ich so viele Probleme mit meinem Körper und meinem Immunsystem hatte.

Bonusfrage 1: Was waren die ersten drei Dinge, die du gemacht hast, als du nach Hause gekommen bist?

FP: Ich habe mir ein Schnitzel mit Pommes gegönnt, geschlafen und mit Simon über das Wochenende in Oslo gesprochen.

Bonusfrage 2: Was macht Ruhpolding im Frühling für dich so besonders?

FP: Ich kann mich endlich wieder mit Freunden treffen!

Nach dem Frühling wartet der Sommer und damit rückt die Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2026 in den Fokus. Franziska Preuß dürfte sich neue Ziele für die neue Saison setzen. Aber das in ihren Worten „wirklich emotionale“ März-Wochenende in Oslo wird sie wohl nie vergessen.

Fotos: IBU/ Nordnes, Nordic Focus, Franziska Preuß

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