Wiesensarter und Fratzscher gewannen die IBU-Cup-Sprints
Das schwedische Idre empfing die Athleten mit herrlichem Winterwetter. Bei strahlendem Sonnenschein verfehlte Marion Wiesensarter aus Deutschland einmal im Stehendanschlag, erwies sich aber dennoch als beste Sprinterin des Tages. Im Wettkampf der Herren über 10 km sorgte Lucas Fratzscher, der ebenfalls einmal verfehlte, für einen Doppelsieg der Deutschen.
Wettkampf der Damen
Marion Wiesensarter gewann den Sprintwettkampf über 7,5 km bei den Damen und holte sich damit ihren ersten IBU-Cup-Podestplatz überhaupt. Die Französin Caroline Colombo landete nach zwei Fehlern im Stehendanschlag mit 0,5 Sekunden Rückstand auf den zweiten Platz. Die Ukrainerin Darya Blashko, die einmal im Liegendanschlag verfehlte, belegte mit 3,1 Sekunden Rückstand den letzten Platz auf dem Podest.
Erster IBU-Cup-Podestplatz überhaupt
Es war ein großartiger Tag für Marion Wiesensarter (ehemals Deigentesch), die zum ersten Mal beim IBU Cup auf dem Podest stand. Obwohl sie im Liegendanschlag fehlerfrei blieb, lag Wiesensarter nach dem ersten Schießen auf Platz 7, fast 8 Sekunden hinter Colombo, die alle fünf Scheiben im Liegendschießen abräumte und die Führung übernahm. Während Colombo zu Beginn des Stehendschießens noch in Führung lag, gelang es der Deutschen, sich um eine Position zu verbessern, wobei sie 15 Sekunden von Colombo trennten. Doch nach dem Stehendschießen wendete sich das Blatt - Colombo kassierte zwei Strafrunden und Wiesensarter eine, wodurch letztere die Führung übernahm, während Colombo sich nach den Strafrunden auf dem fünften Platz wiederfand, 9,4 Sekunden hinter Wiesensarter. Colombo war schnell auf den Skiern und überquerte die Ziellinie als Zweite, nur 0,5 Sekunden trennten sie vom ersten Platz. Wiesensarter holte sich ihren ersten IBU-Cup-Sieg überhaupt und hat natürlich kein geringeres Ziel als die Olympischen Winterspiele.
"Heute war ein wirklich gutes Rennen! Es war das erste Podest für mich beim IBU Cup, ich habe mich wirklich gefreut. Letzte Woche bei der Qualifikation habe ich mich nicht so gut gefühlt, daher war es eine kleine Überraschung, dass ich heute so gut war. Ich hoffe, es wird noch besser, denn das ist erst der Anfang. Ich denke, für jeden, der ein bisschen älter ist, ist das Ziel natürlich Olympia, auch wenn es in der deutschen Mannschaft sehr schwer ist, weil wir viele gute Frauen haben. Aber ja, es ist mein Ziel, mich für Olympia zu qualifizieren."
Überraschende Blaschko
Während die beiden ersten Plätze des Wettkampfs bereits feststanden, sorgte der Kampf um den letzten Podestplatz für eine Überraschung, als Darja Blaschko wie ein Phönix aus der Asche von Platz 23 kurz vor dem Stehendanschlag mit 6,1 Sekunden Rückstand auf Platz drei aufstieg. Die Ukrainerin schoss im Stehen fehlerfrei, überholte ihre Konkurrentinnen und lag nach 6,1 km auf Platz zwei. Obwohl sie ihr Bestes gab, konnte Colombo Blashko auf den Skiern schlagen und drängte die Ukrainerin auf den dritten Platz zurück.
Die Russin Anastasia Schevchenko kassierte im Stehendanschlag eine Strafrunde und wurde mit 3,7 Sekunden Rückstand Vierte. Die Schwedin Elisabeth Högberg musste beim zweiten Schießen ebenfalls einmal in die Strafrunde und landete mit 10 Sekunden Rückstand auf dem fünften Platz. Maren Hammerschmidt aus Deutschland wurde mit 2 Strafrunden und 10,3 Sekunden Rückstand Sechste.
Wettkampf der Herren
Der 10-km-Sprint der Herren, der bei Sonnenschein begann und bei bereits untergehender Sonne endete, bot einige gute Kämpfe um die besten Plätze. Lucas Fratzscher aus Deutschland blieb während des gesamten Wettkampfs stabil und sicherte sich den ersten Platz, trotz eines Fehlers im Stehendanschlag. Der Norweger Sverre Dahlen wurde mit einer Strafrunde und nur 0,3 Sekunden Rückstand Zweiter. Johannes Kühn teilte sich das Podest mit seinem Teamkollegen und holte sich mit 1,6 Sekunden Rückstand auf Fratzscher Platz drei.
"Ich mag die kalten Bedingungen"
Fratzscher, der schoss sauber, aber nach der ersten Schießeinlage auf Platz vier lag, 14 Sekunden hinter dem Führenden Håvard Gutubø Bogetveit aus Norwegen, verlor die Spitzenplätze heute nicht aus den Augen. Nach 4,4 km lag der Deutsche auf Platz drei, schoss im Stehendanschlag einmal daneben und blieb unter den Top 3. Bogetveit ging mit 16,7 Sekunden Vorsprung auf Kühn in den Stehendanschlag, ließ jedoch nach und kassierte drei Strafrunden, sodass der Norweger nach dem Stehendanschlag auf Platz 13 lag. Bogetveit, der schnellste Skifahrer des Tages, hatte keine Chance mehr auf den Sieg, machte aber dennoch 9 Plätze gut und wurde Vierter. Nun, da Bogetveit aus dem Rennen war, sah Fratzscher seine Chance gekommen und machte bis zur Zielgeraden aus Platz drei Platz eins.
"Die Bedingungen waren heute nicht so einfach. Es ist wirklich kalt und etwas windig. Am Schießstand hatten wir etwas Wind, und es war nicht so einfach zu schießen. Aber ich mag solche kalten Bedingungen. Ich bin wirklich glücklich, denn letztes Jahr hatte ich einige Probleme mit meiner Zeit auf den Skiern, und ich freue mich wirklich, wieder auf dem Podest zu stehen. Ich habe auch das Rennen der Frauen gesehen, und es ist oft so, dass die Männer nicht so gut sind, wenn die Frauen wirklich gut sind. Daher war ich etwas nervös, aber letztlich hatten beide ein gutes Rennen, dank der guten Vorbereitung, und weil wir ein gutes Team um uns herumhaben. Ich denke, es hat sehr gut funktioniert und ich hoffe, dass es so weitergeht."
Doppelsieg für die Deutschen
Während des gesamten Wettkampfs hielt Kühn Platz zwei und hatte bereits den Doppelsieg der deutschen Mannschaft im Visier, doch der Norweger hatte andere Pläne. Aspenes, der nach einem Fehler im Liegendanschlag auf den 20. Platz zurückfiel, schien den deutschen Sieg nicht gefährden zu können. Doch während die Spitzenläufer Strafen kassierten, räumte der Norweger im Stehendanschlag alle Ziele ab, setzte sich an die Spitze und hatte nach dem zweiten Schießen 0,9 Sekunden Vorsprung vor Kühn und 3,9 Sekunden Vorsprung vor Fratzscher - die Entscheidung in diesem Wettkampf würde also erst in der letzten Runde fallen. Fratzscher war schneller auf den Skiern und sicherte dem deutschen Team den Sieg, während sich Aspenes und Kühn mit dem zweiten und dritten Platz begnügen mussten.
Bogetveit, dem drei Strafrunden im Stehendanschlag zum Verhängnis wurden, landete mit 24,7 Sekunden Rückstand auf dem vierten Platz. Vasilii Tomshin aus Russland wurde mit zwei Strafrunden und 29,3 Sekunden Rückstand Fünfter. Der Franzose Emilien Claude verfehlte ebenfalls zweimal und holte mit 29,7 Sekunden Rückstand Platz sechs.
Fotos: IBU/Evgeny Tumashov