Zingerle und Andersen gewinnen IBU-Cup-Supersprints

Die 30 besten Athleten qualifizierten sich heute in Sjusjøen für das Finale des IBU-Cup-Supersprints. Bei den Männern gewann der Norweger Sverre Dahlen Aspenes die Qualifikation, aber Filip Fjeld Andersen siegte trotz zweier Strafen in 20:01,7 im Supersprint der Männer. Bei den Frauen gewann die Norwegerin Karoline Erdal die Qualifikation, doch der erste Platz im Finale ging in 23:23,4 und mit zwei Strafen an die Italienerin Linda Zingerle.

Super-Sprint-Finale der Männer

Andersen siegte vor dem Norweger Erlend Bjøntegaard, der nach einer Strafe im Liegendschießen mit 2,2 Sekunden Rückstand Zweiter wurde. Der Deutsche Justus Strelow belegte mit einer Strafe und 16,5 Sekunden Rückstand den dritten Platz.

Der Aufstieg des Phönix

Filip Fjeld Andersen, nach dem Liegendschießen auf Platz 21., schien keine Chance mehr auf den Sieg zu haben. Nach einer weiteren Strafe im zweiten Liegendschießen und immer noch weit von der Spitze entfernt, führte Andersen das Feld nicht einmal annähernd an. Als jedoch andere anfingen, Strafen zu sammeln, räumte Andersen, der schnellste Läufer des Tages, beim ersten Stehendschießen alle Ziele ab und kletterte auf den sechsten Platz. Beim letzten Stehendschießen traf Andersen wieder alle Scheiben und lag nur 1,7 Sekunden hinter Bjøntegaard auf Platz zwei. Beide Männer gaben alles, doch in der letzten Runde zog Andersen an Bjøntegaard vorbei und sicherte sich mit 2,2 Sekunden Vorsprung den ersten Platz.

Andersen war sehr glücklich über den Sieg.  "Es ist ein großartiges Gefühl, wieder zurück hier in Sjusjøen zu sein und nachdem der Weltcup vorbei ist, den IBU Cup zu gewinnen, das ist einfach großartig. Es ist mein erster Supersprint überhaupt, deshalb war ich etwas aufgeregt und wusste nicht, worauf ich mich einlasse, aber es hat wirklich Spaß gemacht. Es war Action von Anfang bis Ende. Und beim letzten Schuss hatte ich wirklich Glück, es war fast ein Fehlschuss!"

Strelow belegt den dritten Platz

Justus Strelow gehörte während des gesamten Wettkampfs zu den Spitzenkandidaten. Nach dem ersten Liegendschießen war er Zweiter, nach dem zweiten Liegendschießen Vierter, und nach dem ersten Stehendschießens lag er in Führung, und der Sieg schien greifbar nah. Leider musste der Deutsche wegen eines Fehlers im letzten Stehendschießen in die 75 Meter lange Strafrunde, und Andersen und Bjøntegaard kämpften um den Sieg. Strelow lag nach seiner Strafrunde auf dem dritten Platz, den er bis zum Ende des Wettkampfs halten konnte. 

Der Norweger Håvard Gutubø Bogetveit wurde mit drei Strafen und 17,7 Sekunden Rückstand Vierter. David Zobel aus Deutschland kassierte zwei Strafen und landete mit 21,5 Sekunden Rückstand auf Platz fünf. Der Norweger Endre Strømsheim belegte mit fünf Strafen den sechsten Platz, 22,1 Sekunden hinter dem Sieger.

Super-Sprint-Finale der Frauen 

Nachdem Linda Zingerle ihren ersten Sieg bei den Seniorinnen errungen hatte, stellte sich die Frage, an wen die beiden verbleibenden Podestplätze gehen würden. Die Entscheidung fiel auf der Ziellinie: Iryna Petrenko aus der Ukraine wurde mit einer Strafe und 0,8 Sekunden Rückstand Zweite. Die junge Russin Anastasia Shevchenko belegte mit zwei Strafen und 1,4 Sekunden Rückstand den dritten Platz.

Erster Sieg bei den Seniorinnen für Zingerle 

Beim ersten Liegendschießen war die junge Italienerin fast die letzte, die den Schießstand erreichte, doch das konnte sie nicht vom Sieg abhalten. Sie räumte alle Ziele ab und lag nach dem zweiten Liegendschießens auf Platz acht. Nachdem sie auch beim zweiten Liegendschießen alle Scheiben getroffen hatte, wusste Zingerle, dass der Sieg möglich war, als sie den Schießstand Seite an Seite mit der führenden Shevchenko verließ. Die Aussicht auf den möglichen Sieg verdüsterte sich beim ersten Stehendschießen, als die Italienerin zwei Strafen kassierte, Shevchenko jedoch nur eine. Trotz der Strafe verließ die Russin den Schießstand als Führende, während Zingerle auf den neunten Platz zurückfiel. Bis zum Beginn der entscheidenden Schießrunde hatte Zingerle drei Plätze gutgemacht, blieb konzentriert, traf alle fünf Scheiben und übernahm die Führung von Shevshenko, die kurz vor der letzten Runde 75 Extrameter laufen musste. Zingerle, die nur 1,8 Sekunden Vorsprung auf Shevchenko hatte, wusste, dass es jetzt um alles ging. Die junge Italienerin ging bis an ihre Grenzen, erwies sich als die Beste heute und holte sich ihren allerersten Sieg bei den Seniorinnen.

Zingerle über ihren Sieg: "Ich bin sehr, sehr glücklich, ich kann es gar nicht fassen! Es ist so großartig, hier zu sein. Ich weiß nicht mehr genau, was beim letzten Schießen passiert ist, aber es war fantastisch! Die letzte Runde war sehr, sehr hart, weil ich die anderen immer näherkommen hörte, aber ich habe alles gegeben, und hier bin ich!"

Die entscheidenden letzten Meter

Obwohl Iryna Petrenko während des gesamten Wettkampfs unter den Top 10 war, wurde erst beim letzten Stehendschießen klar, dass sie das Podest im Visier hatte. Als Sechste nach einer Strafe beim ersten Stehendschießen brauchte Petrenko einen Nuller, um wieder im Kampf ums Podest mitzumischen. Während ihre engsten Konkurrentinnen allesamt Strafen kassierten, schaffte sie die erforderliche Null, um mit Zingerle und Shevchenko um den Sieg zu kämpfen. Nach dem letzten Stehendschießen war Petrenko Dritte und lag 3,4 Sekunden hinter Zingerle und nur 1,6 Sekunden hinter Shevchenko. Sie schloss die Lücke zu ihnen, und der Wettkampf wurde auf der Ziellinie entschieden. Während Zingerle den Sieg holte, konnte sich Petrenko den zweiten Platz sichern und Shevchenko auf Platz drei verweisen. 

Die Schweizerin Irene Cadurisch wurde trotz fünf Strafen mit 9,2 Sekunden Rückstand Vierte. Die Russin Natalia Gerbulova wurde mit einer Strafe und 9,9 Sekunden Rückstand Fünfte. Maren Hammerschmidt aus Deutschland belegte mit vier Strafen und 10,4 Sekunden Rückstand Platz sechs.

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Fotos: IBU / Evgeny Tumashov

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