Eckhoff auf den Spuren von Forsberg

Nachdem Tiril Eckhoff bereits Tora Bergers Marke von 11 Siegen aus der Saison 2012/13 übertrumpft hat und vor den letzten drei Rennen in Östersund bei 12 Erfolgen steht, könnte sie nun sogar die Rekordmarke von 14 Siegen knacken, die Magdalena Forsberg einst in der Saison 2000/01 aufstellte. Um mit der legendären Schwedin gleichzuziehen, bräuchte Eckhoff zwei weitere Siege. Mit drei Erfolgen würde sie sich sogar zur alleinigen Rekordhalterin krönen.

Beste Schießleistung ihrer Karriere

In der laufenden Saison verbesserte Tiril Eckhoff ihrer Trefferquote auf 85 % und damit auf den höchsten Wert in ihrer bisherigen Laufbahn. Derzeit steht sie bei 87 % im Liegend- und bei 84 % im Stehendanschlag. Darüber hinaus zählt die Norwegerin seit jeher zu den besten Läuferinnen im Feld. Alles in allem zeigt sie sich dankbar, dass sich das Blatt in diesem Winter zu ihren Gunsten gewendet hat. Sie weiß, dass sie auf einer wahren Erfolgswelle reitet und einen Zustand durchlebt, der im Biathlonsport bisweilen als „Zone“ beschrieben wird. In dieser „Zone“ scheint die Zeit langsamer zu vergehen und die Scheiben erscheinen größer als sie tatsächlich sind.

Simon kontrolliert vorerst den Massenstart

Eckhoff holte ihren Titel in der Weltcup-Gesamtwertung und die Titel der Sprintwertung und der Verfolgungswertung in NMNM, während Lisa Theresa Hauser und Dorothea Wierer gemeinsam den Sieg in der Einzelwertung holten. Der Massenstart steht noch offen, mit Julia Simon im Fahrersitz. Ohne das schlechteste Ergebnis vor dem fünften und letzten Massenstart hat Simon 156 Punkte auf Lisa Theresa Hauser mit 142, Marte Olsbu Roeiseland mit 139, Hanna Oeberg mit 138, Tiril Eckhoff mit 136 und Franziska Preuss mit 135. Kurz gesagt wird Simon ihre Führung behalten und ihren ersten Sieg in einer Disziplinwertung erzielen, indem sie den dritten Platz oder höher erreicht. Es gibt viele andere Kombinationen, aber es liegt alles in den Händen von Julia.

Hoffnung auf ein starkes Finale

Trotz einer guten Sommervorbereitung erlebte Lisa Vittozzi einen eher durchwachsenen Winter. Ein Grund dafür dürfte ihre COVID19-Erkrankung im Herbst sein, von der sie sich in den entscheidenden Wochen vor Beginn der Saison 2020/21 erholen musste. In einigen Wettkämpfen blitzte zwar ihre ganze Klasse auf (z. B. im ersten Sprint von Nové Město, als sie Dritte wurde), doch sie hegte sicherlich ganz andere Pläne für diesen Winter. Bis dato war Östersund immer ein gutes Pflaster für die Italienerin, die dort bei den IBU-Weltmeisterschaften 2019 die Silbermedaille im Einzelrennen gewann. Paulina Fialkova erkrankte ebenfalls an COVID-19 und hofft nun darauf, dass sie auf ihrem neunten Platz im ersten Verfolgungsrennen von Nové Město aufbauen und sich im Hinblick auf die Olympiasaison 2021/22 weiter verbessern kann. Justine Braisaz-Bouchet gibt vielleicht die größten Rätsel in diesem Winter auf – bisher ist ein vierter Rang beim zweiten Sprintrennen von Oberhof ihr bestes Saisonergebnis. Im vergangenen Winter feierte sie noch einen Sieg und einen zweiten Platz. Auch die Französin dürfte sich auf Östersund freuen, wo sie im Einzel bei den IBU-Weltmeisterschaften 2019 die Bronzemedaille gewann und im Vorwinter im Weltcup den Sieg feierte.

Diese Namen sind zu beachten

Amy Baserga, Goldmedaillengewinnerin im Sprint und in der Verfolgung bei den IBU Jug-/Jun-Weltmeisterschaften Obertilliach 2021, wird ihr BMW IBU Weltcup-Debüt in Oestersund geben: Sie verfügt über großes Potenzial und es lohnt sich, sie zu beobachten. Genau wie ihr Teamkollege Niklas Hartweg (der bereits in Kontiolahti debütierte und seitdem ein Stammspieler des schweizerischen Staffelteams ist), gewann Baserga den Titel der IBU Juniorencup-Gesamtwertung und scheint die Skifähigkeiten, die Schießleistung und die Ausdauer einer hochklassigen Athletin zu haben. Baserga und Hartweg sind beide spannende Aussichten für die IBU-Weltmeisterschaften Lenzerheide 2025, wenn beide (beide im Jahr 2000 geboren) ihren Höhepunkt annähern werden.

Die Gewinner des IBU Cup Total Score, Vanessa Voigt aus Deutschland, und Filip Fjeld Andersen aus Norwegen, werden in ihre A-Teams aufgenommen, während Stina Nilsson ebenfalls die Chance bekommt, den Biathlon-Weltcup-Beat zu spüren, aber es ist viel zu früh, um ihren Übergang von Cross-Country zu zu beurteilen Biathlon. Ja, sie teilen die Langlaufkomponente, sind aber in der Tat sehr unterschiedliche Welten.

Foto: IBU / C. Manzoni

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