Für Olsbu Roeiseland war es der erste Sieg seit letztem Dezember in Hochfilzen. Sie sagte über ihre letzte Runde: „Es war verrückt. Auf meinem Weg zum letzten Stehendschießen hatten noch sieben Athletinnen eine Siegchance. Es war ein hartes Rennen. Ich musste mich darauf konzentrieren, was ich tat. Ich habe meine Gedanken ausgeschaltet und die Scheiben einfach abgeräumt. Ich denke, das war ein guter Plan.“
Hauser blieb fehlerfrei und landete am Ende auf Rang vier, 7,9 Sekunden zurück. Franziska Preuss aus Deutschland wurde mit zwei Strafrunden und einem Rückstand von 18,8 Sekunden Fünfte. Platz sechs ging an die Schwedin Hanna Oeberg mit drei Fehlern und einem Abstand von 22,2 Sekunden.
Die erste Verfolgung der Saison fand bei leicht besseren Bedingungen statt als der Sprint am Donnerstag. Die Temperaturen lagen bei -7 °C. Es herrschte leichter Schneefall und eine schwache Brise wehte am Schießstand. Haus trug das Gelbe Trikot zum ersten Mal in ihrer Karriere und führte die Damen durch die erste 2km-Runde. Elvira und Sola lagen 5 Sekunden zurück, Hauser blieb beim ersten Liegendschießen fehlerfrei, während ihre beiden Verfolgerinnen in die Strafrunde mussten. Chevalier-Bouchet traf alles, lag aber 18 Sekunden zurück. Elvira folgte 25 Sekunden hinter ihr auf Platz drei. Olsbu Roeiseland lag 35 Sekunden zurück. Bei der Zwischenzeit bei 2,8 km kamen zwei Verfolgerinnen auf 10 Sekunden heran.
Beim zweiten Liegendschießen lagen Elvira und Chevalier-Bouchet neben der Führenden. Hauser schoss erneut tadellos, aber langsam. Ihre Rivalinnen zogen nach und schlossen die Lücke auf 10 Sekunden. Olsbu Roeiseland legte eine starke zweite Runde hin und kam zusammen mit Hanna, die ebenfalls fehlerfrei blieb und nun Fünfte war, 20 Sekunden an die Erste heran.
Elvira flog aus dem Stadium nach dem zweiten Liegendschießen und ging vor Chevalier-Bouchet auf die nächste Runde. Hauser folgte und lag bei der Zwischenzeit nach 4,8 km 13,3 Sekunden zurück. Die Führende zog davon. Beim ersten Stehendschießen hatte sie einen Vorsprung von 12,8 Sekunden. Sie verfehlte zwei Scheiben. Chevalier-Bouchet musste einmal in die Runde, während Hauser fehlerfrei blieb und die Führung zurückeroberte. Sie lag nun 19 Sekunden vor Chevalier-Bouchet. Olsbu Roeiseland, Hanna und Bescond lagen 25 Sekunden zurück.
Hause blieb in Führung, doch Elvira arbeitete sich weiter vor auf Platz drei. Als sie zum letzten Stehendschießen kamen, hatten die Norwegerin und die Französin zu Hauser aufgeschlossen. Hanna und Elvira folgten knapp dahinter. Das letzte Stehendschießen war entscheidend, denn noch sechs Athletinnen hatten eine Siegchance. Hauser, Olsbu Roeiseland und Chevalier-Bouchet trafen gleichzeitig und machten sich zusammen auf die Schlussrunde. Bescond lag 6 Sekunden zurück.
1200 Meter vor dem Sieg kontrollierte die Norwegerin das Feld. Sie führte 6 Sekunden vor Chevalier-Bouchet und Bescond. Olsbu Roeiseland flog den letzten Abhang hinunter und sicherte sich den Sieg. Bescond erarbeitete sich Platz zwei und damit ihren zweiten Podiumsplatz in knapp zwei Jahren. Chevalier-Bouchet übertrumpfte Hauser beim Kampf um den letzten Treppchenplatz.
Bescond: „Oh la la! Das wird schwer!“ Die 34-jährige Bescond strahlte auf dem Treppchen. „Ich bin so froh heute. Es ist lange her, dass ich auf dem Podium stand. Ich bin sehr stolz auf mein Schießen. Es war gute Arbeit. Ich denke, ich habe etwas Zeit am Schießstand verloren, obwohl ich das vermeiden wollte. 20/20 ist ein tolles Ergebnis… Ich mag die Strecken hier. 3 km mag ich lieber, aber 2 km sind auch okay… Die erste Runde war sehr hart. Ich dachte: Oh la la! Das wird schwer! Aber dann wurde es immer besser. Daher bin ich sehr froh mit meinem heutigen Ergebnis.“
Chevalier-Bouchet arbeitete sich von Rang sechs auf Platz drei nach vorn und schaffte so ihr zweites Podium der Saison. „Ich bin zufrieden mit meiner Woche. Und glücklich über mein Schießen, dass ich mir erhofft hatte. Es war ein tolles Rennen für mich.“ Über das letzte Stehendschießen und den Kampf ums Treppchen sagte sie: „Sechs Athletinnen haben um Gold gekämpft. Es war das erste Mal, dass ich auf der letzten Runde mit um den Sieg kämpfen konnte. Ich musste einfach schnell und sauber schießen. Das habe ich geschafft. Ich bereue nichts.“
Photos: IBU/Christian Manzoni