Reztsova sichert russischen Sieg in der Single-Mixed-Staffel

Kristina Reztsova und Anton Babikov gewannen in Oberhof nach einer Strafrunde und insgesamt zwölf Nachladern die Single-Mixed-Staffel in 41:37,1 Minuten. Die starke Reztsova baute die knappe russische Führung beim letzten Wechsel bis ins Ziel auf 41,5 Sekunden aus. Das österreichische Duo Lisa Theresa Hauser und Simon Eder kam nach ebenfalls einer Strafrunde und 13 Nachladern auf den Silberrang. Dritte wurden die Ukraine um Artem Tyshchenko und Darya Blashko, die nach zwölf Nachladern 1:03,6 Minuten Rückstand aufwiesen.

„Vom Erfolg überzeugt“

Babikov, der in Oberhof zum ersten Mal in dieser Saison im BMW IBU-Weltcup starten durfte, war vom Sieg überwältigt: „Das ist unglaublich! Das gestrige Rennen war zwar hart, aber mit Rang sechs ziemlich erfolgreich für mich. Es ist schon etwas Besonderes, wenn man zwei, drei Rennen vor den Olympischen Spielen auf einmal dabei ist und auf höchstem Level performen muss. Heute hatten die Frauen nach dem Start ganz schön zu kämpfen, da der Wind auffrischte. Die Männer hingegen waren allesamt sehr schnell. Doch nach Kristinas Runde war ich von unserem Erfolg überzeugt. Ich habe versucht, im zweiten Durchlauf alles zu geben. Ich freue mich riesig über diesen Sieg.“

Ruhe behalten

Reztsova sammelte vor ihrem abschließenden Durchlauf nochmal alle Konzentration: „Im ersten Durchgang gab es aufgrund des Windes mehr Fehler. Nach dem Schießen riefen mir die Trainer zu, dass ich zu hoch geschossen hatte. Ich habe im nächsten Anschlag versucht, ruhiger zu bleiben. Als Anton mich als Führende auf die letzten Runden schickte, war ich etwas nervös. Ich habe einfach versucht, mein Bestes zu geben und das hat sich am Ende ausgezahlt.“

Rang vier ging mit elf Nachladern und einer Strafrunde bei einem Rückstand von 1:15,2 Minuten an Belarus. Schweden erkämpfte nach zwölf Nachladern und zwei Strafrunden den fünften Platz (1:23,6 Minuten zurück). Das belgische Duo Lottie Lie und Florent Claude sicherte ihrem Team nach 13 Nachladern Rang sechs (1:24,8 Minuten Rückstand) und damit die erstmalige Teilnahme an der Siegerehrung.

Norwegen früh in Führung

Bei der ersten Single-Mixed-Staffel des Winters waren 27 Teams am Start. Die Bedingungen waren im Vergleich zur Mixed-Staffel davor nahezu unverändert. Allein der Wind frischte am Schießstand etwas auf. Vetle Sjaastad Christiansen setzte sich vom Start weg an die Spitze. Im ersten Liegendschießen landete er genauso wie Jesper Nelin, Erik Lesser und Simon Eder fünf saubere Treffer, sodass die ersten vier Läufer innerhalb von 8 Sekunden zurück auf die Strecke gingen. Beim zweiten Schießen war deutlich mehr Bewegung bei den Windfähnchen zu spüren. Der Norweger versenkte zwar alle fünf Patronen im Ziel, schoss dabei aber etwas langsamer als Erik Lesser (ein Nachlader), der seiner Teamkollegin Franziska Hildebrand 1 Sekunde Vorsprung auf Ida Lien mit auf den Weg gab. Dahinter folgten Slowenien, Österreich und Schweden allesamt mit weniger als 10 Sekunden Rückstand.

Lien räumte liegend alle fünf Scheiben ab, während Vindisar, Blashko und Hauser jeweils nachladen mussten, den Rückstand auf die führende Norwegerin allerdings unter 10 Sekunden halten konnten. Im Stehendanschlag hatten alle Athletinnen mit dem Wind zu kämpfen. Franziska Hildebrand brachte ihre fünf Patronen irgendwie sicher ins Ziel und übergab als Erste wieder an Lesser. Dahinter folgten die Ukraine, Russland, Slowenien und Schweden. Christiansen ging mit 15 Sekunden Rückstand als Sechster zurück in die Spur.

Deutschland verliert Führung an Russland

Beim nächsten Liegendschießen musste Lesser zweimal nachlagen, behauptete aber 9 Sekunden Vorsprung auf Slowenien. Unterdessen schob sich der Schwede Nelin vor Eder auf Position drei. Trotz eines heftigen Strauchlers am letzten Anstieg kam Lesser mit einem soliden Zeitpolster zum Stehendanschlag. Während der Deutsche einmal nachladen musste, räumte Babikov alle Scheiben souverän ab und schickte Reztsova beim letzten Wechsel mit 2 Sekunden Vorsprung auf die Reise. Auf Position drei schob sich die Ukraine mit Blashko vor der Österreicherin Hauser.

Reztsova sichert stehend den Sieg

Hauser setzte sich direkt vor ihre ukrainische Kontrahentin, während die beiden Führenden weiter nur 2 Sekunden auseinander lagen. Im siebten Schießen des Wettkampfs benötigte die Russin sechs Patronen. Hauser setzte sich nach zwei Nachladern 25 Sekunden dahinter auf Rang zwei, weitere 3 Sekunden später folgte die Ukrainerin Blashko. Vor dem letzten Schießen lief Reztsova eine komfortable Führung heraus und konnte sich auf dem Weg zum Sieg sogar zwei Nachlader leisten. Hauser musste indes alle drei Zusatzpatronen bemühen und ging 42 Sekunden hinter der führenden Russin auf die Schlussrunde. Zwei Nachlader genügten Blashko, um die Ukraine souverän auf dem dritten Platz zu halten.

„Richtig harter Kampf“

Blashko beschrieb ihren Weg aufs Podium als „richtig harten Kampf“. Dabei spielte sie insbesondere auf die Bedingungen am Schießstand an, wo sie beim letzten Anschlag wegen der Windverhältnisse zunächst zweimal patzte. „Bei den schwierigen Bedingungen hatte ich im letzten Schießen ganz schön zu kämpfen. Auch die Schlussrunde war ein richtig harter Kampf, weil ich nicht genau wusste, wie viel Vorsprung ich hatte. Über das Ergebnis bin ich sehr glücklich.“

Schieß-Lotterie in Oberhof

Simon Eder sprach ebenfalls von einem schweren Schießen: „Es war wieder extrem hart. In Oberhof weiß man nie, was am Schießstand auf einen zukommt. Heute hatte ich etwas Glück, weil im Stehendanschlag immer jemand neben mir war. Dadurch ist es etwas einfacher.“ Der 38-Jährige freute sich sehr über die Podiumsplatzierung: „Das fühlt sich natürlich toll an, vor allem nach dem schlechten Rennen von gestern. Vor dem Start war ich etwas nervös und gespannt, ob ich mithalten kann. Am Ende des Tages bin ich mit dem Rennen heute sehr zufrieden.“ Fotos: IBU / Christian Manzoni

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