Ein Tag im Leben von… Baiba Bendika

Im Sommer arbeiten Biathleten am härtesten. Der Schnee ist nur noch eine vage Erinnerung und sie haben ein neues Ziel vor Augen, das sie antreibt, ihren Körper und ihre Technik so zu perfektionieren, dass sie in den kommenden Wintermonaten glänzen können. Aber während der langen, warmen Tage im Sonnenschein dreht sich nicht alles nur um das Training und den Sport. Freizeit ist für Körper und Geist unverzichtbar und heute berichtet uns die lettische Biathletin Baiba Bendika von einem ganz besonderen „Ruhetag“, der ihr vor kurzem vergönnt war.

„Hallo ihr Lieben, es ist der 27. Juni! Mein Tag beginnt um 07:00 Uhr, aber heute stehe ich gern so früh auf, denn das erste, was ich höre, sind Geburtstagswünsche! Ja, ich werde heute 27!

Das ist ein besonderes Alter, denn als ich jünger war, sagte ich zu mir selbst: Wenn ich 27 Jahre alt bin, ist es an der Zeit, erfolgreich zu sein und gegen die „Stars“ anzutreten… und ich glaube, ich lag damals ganz richtig. Mit jedem Jahr fühle ich mich stärker!

Heute sollte ich mich ausruhen und feiern, aber wisst ihr was? Ich bin Athletin, also geht es erst einmal zum Training!

Heute werde ich mich zum Abschluss meines Heim-Trainingslagers – wenn man es so nennen kann, den meistens trainiere ich allein – auf meinen Drahtesel schwingen. In der Hoffnung, dass meine Beine nach den ganzen harten Trainingswochen noch frisch sind, werde ich meinen Geburtstag mit einer 127 km langen Radtour feiern! 

In Lettland gibt es nicht so viele schöne Strecken wie in den Bergen, aber ich versuche immer, Straßen mit wenig Verkehr zu finden. Und wenn ich Zuhause Fahrrad fahre, wähle ich meistens zwischen zwei Routen. Eine davon ist auch meine Lieblingsrollerskistrecke. Ich habe sie in diesem Jahr schon häufig absolviert, aber die Anstiege lassen sich leichter mit dem Rad bewältigen!

Die Zeit verging auch allein schnell und meine Beine fühlten sich gut an. So brachte ich die 127 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h hinter mich! Ja, ziemlich viele 27er für einen Tag!

Als nächstes packe ich meine Sachen, denn morgen geht es ins erste Bergtrainingslager der Saison! Es ist nie leicht, seine Koffer zu packen, denn man muss dabei an so vieles denken. Dieses Mal steht noch eine neue Herausforderung an: Mein Trainer und ich müssen alle Taschen und Ausrüstung in einem normalen Auto verstauen, obwohl wir doch eigentlich immer zu zweit einen Bus füllen! Für diese unmögliche Aufgabe brauchte ich länger als gedacht und war die Letzte, die zu meiner eigenen Geburtstagsparty erschien!  

Aber ich habe Glück, dass mein Vater der beste Hobbykoch der Welt ist und schon alles für mich, meine Familie und meine Liebsten vorbereitet hat! Mein Vater hat mich nicht nur zum Sport gebracht, er hat mir auch seine Leidenschaft fürs Kochen vererbt! Immer wenn zu Hause Feiern anstehen, ist Vater der Chefkoch und manchmal denke ich, dass er auch aus nichts Köstlichkeiten zaubern kann! Wir beiden mögen es nicht, uns an Rezepte zu halten, sondern improvisieren lieber mit Fleisch und Salat. Das gab es auch heute – und dazu noch eine irische Suppe! Manchmal ist es schwer, das Gericht zu benennen, aber wir wissen immer, dass es gut schmeckt!

Endlich konnte meine Geburtstagsfeier beginnen. Ich habe einige Zeit mit meiner Familie verbracht, bevor ich sie für längere Zeit verlassen muss.

Am Abend Stand dann Armbrustschießen auf dem Plan: Mein Patenonkel brachte sie mit, denn er wollte meine Schießkünste nutzen, um die Armbrust anzuschießen. Es war lustig, ein paar Ballons zum Platzen zu bringen und nicht immer nur auf schwarze Scheiben zu schießen!

Das Beste an diesem Tag war meine Geburtstagstorte! Und ich habe auch hier ein riesiges Glück, denn meine Großmutter backt die besten Kuchen der Welt!

Mein „echter“ Ruhetag ist morgen, aber anstatt mich massieren zu lassen und meine Sportnahrung für das Trainingslager zu nehmen, werde ich den ganzen Tag im Auto sitzen, um an meinen Lieblingssommerort in den italienischen Alpen zu fahren: Bormio-Stelvio! Ich liebe die Berge und dieser Ort ist so spektakulär. Ich liebe auch die Rollerskistrecken und Anstiege dort! Aber am besten sind die Murmeltiere, diese niedlichen und lustigen Kerlchen! Aus Bormio-Stelvio stammt auch mein kleines Murmeltiermaskottchen. Für ihn ist es sozusagen ein Besuch in der Heimat!

Ich hoffe, ihr habt meinen Fast-Ruhetag genauso genossen wie ich. Wir sehen uns bald im Schnee wieder!

Photo courtesy of Baiba Bendika

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